Grüne diskutieren die Zukunft des Ruhrgebiets

Das Ruhrgebiet hat in den nächsten Jahren die einmalige Chance, sich zur Metropole zu entwickeln. Die Grüne Landesvorsitzende Daniela Schneckenburger sprach von einer Modellregion des ökologischen Umbaus. Dahinter verbirgt sich das Ziel, die Umwelt- und Klimaprobleme, die sich auch gerade im Ruhrgebiet fest machen, innovativ und zukunftsweisend zu lösen. Das ist eine zentrale Botschaft des Zukunftskongresses Ruhr, zu dem 60 Grüne aus dem Ruhrgebiet nach Essen gekommen waren. Dabei könne man auf vorhandene Strukturen zurückgreifen wie der Geothermie in Dortmund, sagte Schneckenburger. Man müsse aber ein speziell gefördertes Cluster Umwelttechnologie einrichten. Damit könne das Ruhrgebiet einen entscheidenden Beitrag zur europaweiten Klimawandelbewältigung leisten.

Im Ruhrgebiet leben rund 5,5 Millionen Menschen, das sind zwei Millionen mehr als in Berlin. „Eine Chance sei es doch, wenn sich das Ruhrgebiet das Ziel setzen würde, zur „Klimaschutzhauptstadt Ruhr“ zu werden und mit dieser Zielsetzung in Konkurrenz zu Rio de Janeiro zu treten“, brachte der Europaabgeordnete Frithjof Schmidt in die Diskussion ein.

In der Diskussion zum Thema Mobilität plädierten die Grünen für einen Nahverkehrsplan für die Metropole Ruhr, einen Ausbau vor allem der Nord-Süd-Verbindungen und vereinfachte Strukturen. 24 Verkehrsunternehmen seien viel zu komplex. Hier gelte es, Unternehmen zusammenzulegen oder enger miteinander zu vernetzen. Außerdem müsse der ÖPNV im Sinne eines neuen Mobilitätssystems erweitert werden. Neben Bus und Bahn sollten auch Car-Sharing und Taxen in den ÖPNV einbezogen werden. Auch die Diskussion über Klima und Klimawandel erfordert Änderungen in der Mobilität. Hier biete die für das Ruhrgebiet angedachte Umweltzone neue Ansätze für Mobilität. Auch über die Einführung eines „Sozialtickets“ müsse weiter diskutiert werden, fügte Schneckenburger hinzu.

Im Themenfeld „soziale Teilhabe – Arbeitswelt“ sind die Grünen für einen intelligenten Ausbau des zweiten und dritten Arbeitsmarktes. Schneckenburger hält in diesem Zusammenhang einen dritten Arbeitsmarkt für unverzichtbar, um „denjenigen, die keine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt haben, eine Perspektive zu bieten“. Tätigkeitsfelder sieht sieh vor allem im sozialen Bereich.

Die Bestandsaufnahme, die die Grünen für das Ruhrgebiet machten, fiel insgesamt nicht schlecht, aber doch nüchtern aus. Obwohl es gelungen ist, neue Produktionstechnologien anzusiedeln und den Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft einzuleiten, hinkt die Region im landesweiten Vergleich hinterher: Das Ruhrgebiet hat sich vom Wirtschaftswachstum NRWs abgekoppelt und der Abfall verstärkt sich. Hieran müsse sich grüne Wirtschaftspolitik abarbeiten. Dazu muss nach Ansicht der Grünen mehr Mittelstand in der Region angesiedelt werden, müssen Forschung und Entwicklung nicht staatlicher Art vorangetrieben – etwa im Bereich der Geothermie – und eine intelligente Form des zweiten Arbeitsmarktes aufgebaut werden.

Einige Impressionen vom Zukunftskongress Ruhr

Die Bilder können durch einen Klick vergrößert werden

 

 

 

Begrüßung durch Börje Wichert (Sprecher der Grünen Ruhr)


Rede von Thomas Rommelspacher (Stellvertretender Regionaldirektor des RVR) und anschließende Diskussion


In der Mittagspause ging die angeregte Diskussion weiter…

 

 

 

 

 

Diskussion in der AG 1: „Wird das Wohnen zur Ware?“

 

 

 

Diskussion in der AG 2: „Tendenzen und Strategien zur Sicherung gesellschaftlicher Teilhabe“

 

 

 

 

 

 

Diskussion in der AG 3: „Mobilität sichern – wie kommt man/frau durchs Revier?“

Abschlusspodium, Quintessenz

 

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